Mit der ersten Direktverbindung zwischen Xinjiang und Deutschland schließt China Southern Airlines eine langjährige Lücke im internationalen Streckennetz und rückt eine abgelegene Region ins Zentrum chinesischer Außenvernetzung.
Seit Anfang Juni 2026 verbindet China Southern Airlines die Stadt Ürümqi (烏魯木齊市), die Hauptstadt der Autonomen Region Xinjiang, nonstop mit Frankfurt. Der Flug dauert rund acht Stunden und wird mit einer Boeing 787-9 betrieben. Es ist die erste direkte internationale Passagierverbindung zwischen Xinjiang und Deutschland. Es handelt sich zugleich um die erste Direktverbindung zwischen Xinjiang und einem europäischen Ziel.

Bislang mussten Reisende aus Xinjiang für Flüge nach Europa zunächst einen Umweg über Peking, Shanghai oder Guangzhou in Kauf nehmen. Das verlängerte die Gesamtreisezeit um zehn Stunden und mehr. Mit der neuen Route entfällt dieser Zwischenschritt.
Die Route auf einen Blick
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Ürümqi (URC) → Frankfurt (FRA): ca. 8 Stunden Flugzeit -
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Flugzeug: Boeing 787-9, ca. 600 Sitze pro Woche -
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Frequenz: montags und freitags, beide Richtungen -
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Erste Direktverbindung zwischen Xinjiang und Deutschland -
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Zeitersparnis gegenüber Ostchina-Transit: über 10 Stunden -
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Ürümqi betreibt nun mehr als 30 internationale Passagierrouten
Die Strecke ist Teil einer breiteren Expansion des Flughafens Ürümqi. Stand April 2026 betreibt der Airport mehr als 30 internationale Passagierrouten; die Zahl internationaler Ankünfte stieg zuletzt um knapp 40 Prozent im Jahresvergleich. Rund 80 Prozent der ausländischen Einreisenden benötigen kein Visum darunter auch deutsche Staatsangehörige, seit China eine einseitige Visafreiheit eingeführt hat.
Eine der bevölkerungsreichsten Städte Zentralasiens
Ürümqi ist mit rund vier Millionen Einwohnern eine der bevölkerungsreichsten Städte Zentralasiens. Der Name stammt aus dem Mongolischen und bedeutet so viel wie „schöne Weide“. Die Stadt liegt am Nordhang des Tianshan-Gebirges, auf einer Höhe von rund 800 Metern. Damit gilt Ürümqi geografisch als die am weitesten vom Meer entfernte Großstadt der Welt, die nächste Küste ist mehr als 2.500 Kilometer entfernt.
Historisch war Ürümqi ein bedeutender Knotenpunkt der nördlichen Seidenstraße. Heute ist die Stadt das wirtschaftliche und politische Zentrum Xinjiangs. Die Bevölkerung setzt sich aus mehr als 40 Ethnien zusammen, darunter Han-Chinesen, Uiguren, Kasachen und Hui.
Xinjiang grenzt an acht Länder. Die neue Flugroute ist das luftfahrtliche Pendant zu den Bahnverbindungen, die China bereits seit Jahren Richtung Westen betreibt.
Xinjiang nimmt in Chinas Strategie der „Westöffnung“ eine Schlüsselstellung ein. Die Region grenzt an acht Länder; ihre Schienenverbindungen reichen über Zentralasien bis nach Europa. Die Direktroute nach Frankfurt fügt dieser Infrastruktur eine Luftkomponente hinzu und sie verbindet Xinjiang mit Chinas wichtigstem Handelspartner in Europa. China Southern bezeichnete die neue Strecke als Beitrag zur Förderung von Handel, Tourismus und kulturellem Austausch.
Chinas größte Fluggesellschaft
China Southern Airlines ist Chinas größte Fluggesellschaft. Mit Hauptsitz in Guangzhou betreibt die Airline derzeit rund 970 Flugzeuge und fliegt über 200 internationale Routen in mehr als 40 Länder. Ihr primäres internationales Drehkreuz ist der Flughafen Guangzhou Baiyun, ein zweites Hub unterhält die Airline am Pekinger Flughafen Daxing. International befindet sich China Southern in einer Phase gezielter Expansion. Allein im Jahr 2025 eröffnete die Airline neue Langstreckenverbindungen nach Europa, Zentralasien und Australien.
Die neue Route Ürümqi–Frankfurt fügt sich in diese Expansionsstrategie ein. China Southern baut Ürümqi gezielt zu einem weiteren internationalen Drehkreuz aus und positioniert sich damit als Brücke zwischen dem chinesischen Westen und Europa.
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