China-Reisen im digitalen Zeitalter: Warum Vorbereitung wichtiger ist, denn je

Geschäftsreisen nach China haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Was früher mit Bargeld und Bankkarte funktionierte, ist heute ohne digitale Vorbereitung kaum mehr denkbar. Bezahlen, Mobilität, Kommunikation, Navigation – nahezu jeder Schritt des Alltags in Festlandchina ist an Apps gebunden. Für viele deutsche Geschäftsreisende wird genau das zur größten Hürde.

Seit der Wiederaufnahme des Reiseverkehrs nach der Corona-Pandemie zeigt sich in der Beratungspraxis des China Competence Centers der IHK Frankfurt am Main immer wieder ein ähnliches Bild: Fachlich sind Unternehmen gut vorbereitet, organisatorisch ebenfalls – doch vor Ort scheitert es plötzlich an scheinbar banalen Dingen. Ein Taxi lässt sich nicht bestellen, das Restaurant akzeptiert keine Visa-Karte, die U-Bahn ist ohne App-Ticket nicht nutzbar und Google Maps führt ins Leere.

Digitale Realität statt Ausnahmefall

Die digitale Infrastruktur in China ist nicht nur hochentwickelt, sondern konsequent auf mobile Anwendungen ausgerichtet. Super-Apps wie Alipay und WeChat bündeln Bezahlfunktionen, Mobilität, Serviceangebote und Kommunikation in einer einzigen Oberfläche. Für Einheimische ist das selbstverständlich – für internationale Besucher hingegen oft überfordernd.

Hinzu kommt: Viele westliche Dienste funktionieren in Festlandchina gar nicht oder nur eingeschränkt. Wer sich erst nach der Landung mit diesen Gegebenheiten auseinandersetzt, gerät schnell in Abhängigkeit von lokalen Ansprechpartnern. Was mit den Sprachbarrieren nochmal zu zusätzlichen Komplikationen führt.

Praxiswissen aus der Beratung – gebündelt in einem Guide

Genau an diesem Punkt setzt der „Greater China to Go Guide“ des China Competence Centers an. Der Leitfaden wurde im Oktober 2025 veröffentlicht und basiert unmittelbar auf den Fragen, Problemen und Erfahrungen deutscher Unternehmen und Reisender, die regelmäßig nach Greater China unterwegs sind.

Der Guide versteht sich als praxisorientiertes Handbuch für den Reisealltag. Schritt für Schritt wird erläutert, wie sich zentrale Apps wie Alipay, WeChat, AMap Global, Baidu Translate oder Trip.com einrichten und nutzen lassen, inklusive verständlicher Screenshot-Anleitungen und konkreter Anwendungsszenarien.

Mehr als Apps: Ganzheitliche Reisevorbereitung

Neben dem digitalen Alltag deckt der Guide auch klassische, aber oft unterschätzte Reisethemen ab:

  • Einreise am Flughafen und elektronische Arrival Card
  • Visumsregelungen und Sonderbestimmungen
  • SIM-Karten und eSIM-Lösungen
  • ÖPNV-Nutzung, Taxi-Services und Navigation
  • Notfallkontakte und praktische Hinweise vor Ort

Ebenfalls aufgeführt werden die regionalen Unterschiede innerhalb Greater Chinas. Separate Kapitel zu Hongkong und Taiwan geben Aufschluss über die jeweils abweichenden Regelungen, Zahlungssysteme und App-Ökosysteme.

Souveränität statt Improvisation

Ziel des Guides ist es, Reisenden die digitale Souveränität zurückzugeben. Wer grundlegende Abläufe kennt und vorbereitet ist, bewegt sich sicherer, effizienter und selbstständiger und kann sich vor Ort auf das Wesentliche konzentrieren.

Gerade für mittelständische Unternehmen, die keine eigene China-Expertise unterhalten, kann diese Art der Vorbereitung entscheidend sein. Denn in einem Markt, der von Geschwindigkeit und Digitalisierung geprägt ist, beginnt Professionalität längst nicht mehr erst im Meetingraum, sondern bereits beim Bezahlen des ersten Kaffees nach der Landung.

Hier können Sie den kostenlosen „Greater China to Go Guide“ herunterladen.

Ein Gastbeitrag von Melanie Miller, China Competence Center, IHK Frankfurt am Main.

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